Anerkennung der Auslandausbildung

In den meisten Berufen ist es notwendig, im Ausland erworbene Qualifikationen und Abschlüsse anerkennen zu lassen, um so eine Gleichwertigkeit prüfen zu lassen. Ebenso ist es wichtig, vorhandene Schulausbildung, Studium und/oder Ausbildungen anerkennen zu lassen. Für sogenannte nicht reglementierte Berufe ist eine Anerkennung ausländischer Abschlüsse nicht notwendig, wird aber trotzdem empfohlen. Hierzu gehören duale Ausbildungsprogramme und akademische Berufe.

Durch eine Anerkennung ist es für die Flüchtlinge einfacher, ihre Qualifikationen gegenüber potentiellen Arbeitgebern zu präsentieren. Entsprechende Stellen prüfen binnen drei Monaten die Inhalte der vorgelegten Qualifikationen und entscheiden dann, ob diese einer deutschen Qualifikation gleichzusetzen sind.

Normalerweise erfolgt die Prüfung von Abschlüssen aufgrund von Zeugnisanalysen. Im Ausland erworbene Studienabschlüsse werden durch die Zentralstelle für Ausländisches Bildungswesen geprüft.

Neben der Zeugnisanalyse gibt es auch eine Qualifikationsanalyse. Sie kommt zum Tragen, wenn es durch die Fluchtumstände nicht möglich ist, entsprechende Zeugnisse vorzuweisen. In diesem Fall können in einigen Berufssparten fehlende Nachweise durch ein Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren ersetzt werden. Hierbei können Arbeitsproben, fachliche Präsentationen und Fachgespräche gefordert werden. In manchen Fällen wird eine Externenprüfung bei der entsprechenden Kammer durchgeführt, wofür es vorbereitende Seminare und Lehrgänge gibt.

Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es bei den jeweiligen Industrie- und Handelskammern und auf der Seite:
www.anerkennung-in-deutschland.de

Des Weiteren gibt es ein Förderprogramm IQ: Integration durch Qualifikation, die eigene Beratungsstellen haben.

Alle Zuwanderer, die nach Deutschland kommen, haben einen Rechtsanspruch darauf, für sie kostenfrei die Gleichwertigkeit ihrer im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen prüfen zu lassen. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter übernimmt diese Kosten.

 Eine weitere Möglichkeit ist es, einen sogenannten Anpassungslehrgang in einigen Berufszweigen zu erhalten, sofern die Flüchtlinge nicht sozialversicherungspflichtig angestellt sind. Ist das Beschäftigungsverhältnis sozialversicherungspflichtig kann sich der Flüchtling vom von der Arbeit zwecks Weiterbildung freistellen lassen, wobei die Lohnkosten in diesem Fall von der Arbeitsagentur bezuschusst werden und sich die Arbeitserlaubnis sich um den entsprechenden Zeitraum verlängert.