Wie vermiete ich Wohnraum

Asylbewerber haben bei Zuweisung in einen Landkreis Anspruch auf Unterbringung. Dieser Anspruch wird im Heidekreis dezentral von den Kommunen erfüllt. Seit 01.02.2016 erfolgen vorerst keine Zuweisungen mehr in die Kommunen, weil es im Heidekreis die Erstaufnahmeeinrichtungen in Bad Fallingbostel und Oerbke gibt. Somit bleibt es zur Zeit in Schneverdingen bei den ca. 250 Flüchtlingen, die in Wohnungen und Häusern wohnen, die sie teilweise selbst angemietet haben, teilweise erfolgte auch eine Anmietung durch die Stadt Schneverdingen. Die Stadt Schneverdingen nimmt dennoch gern Vermietungsangebote entgegen, weil sich hin und wieder die Notwendigkeit ergibt, die Wohnraumsituation anzupassen.
Wenn Sie also Wohnraum zur Verfügung stellen möchten, wenden Sie sich gern an

Dörthe Weiher E-Mail: doerthe.weiher@schneverdingen.de Telefon: 05193 93-603

Erstausstattung

Wohnraum für Flüchtlinge sollte groß genug und gut genug sein - wie für jeden anderen Mieter auch. Eine Wohnung kann möbliert oder unmöbliert angeboten werden. Im letzteren Fall wird bei einem Erstbezug des Flüchtlings die „Grundmöbelierung“ durch die Stadt bzw. deren Mitarbeiter vorgenommen. Dazu gehören Tisch, Stuhl, Bett (mit sauberer Matratze und Bettwäsche) sowie Zugang zu WC und Bad und Kochgelegenheit.
Durch die monatlich gezahlten Leistungen an Flüchtlinge sollen diese in der Lage sein, Lebensmittel, Schuhe, Kleidung, wie auch Besen, Kehrschaufel, Mülleimer oder Handfeger etc. selbst anzuschaffen. Geht es hingegen um ein höherpreisiges E-Gerät (z.B. einen Staubsauger), dessen Anschaffung grundsätzlich eine Ansparung voraussetzt, ist dies durch die Erstausstattung bereitzustellen (nicht dagegen ein TV Gerät). Weiterhin gilt für Fensterverdunkelung (Gardine oder Jalousie) nur dann eine Unabweisbarkeit, wenn es sich um eine Erdgeschosswohnung handelt, die von der Straße aus eingesehen werden kann. Zieht jemand um entfällt der Anspruch um „Grundmöbelierung“.
Weitere Hilfe, z. B. bei der Beschaffung von Hausrat, kann bei der Tschernobylhilfe gefunden werden (für mehr Infos, bitte anklicken).

Rechte & Pflichten

Was ist bei der Bereitstellung von Wohnraum zu beachten:

Laut Initiative Pro Asyl ist es nicht sinnvoll, Flüchtlinge kostenlos aufzunehmen, um kein Abhängigkeitsverhältnis aufzubauen. Ein ganz normaler Mietvertrag zwischen Flüchtling und Vermieter, der nicht nur auf kurze Zeit angelegt sein sollte, ist gut, damit die neuen Mieter ein Gefühl der Selbständigkeit bekommen und selbst Verantwortung übernehmen. Der Mietzins kann direkt per Abtretungserklärung durch die Stadt gezahlt werden, um hier finanzielle Sicherheit zu geben. Apropos Sicherheit: Bei jedem Neubezug ist ein kurzer E-Check erforderlich. Im Punkto Versicherung und Kündigungsfrist sind keine Besonderheiten zu beachten.

Auch ein einzelnes Zimmer kann vermietet werden. Die Bedingungen bezüglich Platz und Mietzins sind hier im Prinzip gleich. Möchte der Vermieter seine Mieter zuerst persönlich kennenzulernen, sind z.B. Treffen im Café Hand in Hand möglich. Alle Flüchtlinge erhalten durch die Stadt Schneverdingen eine Willkommensmappe in ihrer jeweiligen Muttersprache. Darin sind alle Grundinformationen erhalten. Die deutsche Fassung finden Sie hier zum Download: Willkommensmappe.pdf

Im Interesse der Flüchtlinge, der Nachbarn und des Vermieters ist es gut, zumindest am Anfang etwas Hilfestellung zu geben. Auch wenn z.B. das Thema Mülltrennung in der Willkommensmappe erklärt wird, muss klar sein, dass diese und andere Themen für viele bisher komplett unbekannt waren. Eventuell kann hier ein Alltagsbegleiter oder die Koordinierungsstelle hilfreich zur Seite stehen.

Sie sind daran interessiert, ein unbegleitetes Kind oder einen unbegleiteten Jugendlichen bei sich aufzunehmen? Hier gelten spezielle Regeln, die beim Jugendamt des Landkreises Heidekreis zu erfragen sind. Mehr Informationen finden Sie beim Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Kinder unter:
www.b-umf.de